Rattenbefall vorbeugen und bekämpfen
Überall dort, wo Nahrung, Wasser und geeignete Unterschlupfmöglichkeiten vorhanden sind, können sich Ratten schnell und nachhaltig vermehren. Die überwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Tiere legen unterirdische Baue an, sind sehr gute Kletterer sowie geübte Schwimmer und Taucher. Ihr ausgeprägter Geruchs- und Tastsinn unterstützt sie bei der Nahrungssuche und Orientierung.
Von den in Deutschland vorkommenden Ratten geht in der Regel keine direkte Gefahr für den Menschen aus. Dennoch stellt ein Rattenbefall ein erhebliches Hygieneproblem dar und kann zu Schäden an Gebäuden, Leitungen und der technischen Infrastruktur führen. Zudem besteht das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern.
Die gute Nachricht:
Durch konsequente Vorsorge und umsichtiges Verhalten lässt sich das Risiko eines Rattenbefalls deutlich reduzieren.
Ursachen für Rattenansiedlungen
Eine stabile Rattenpopulation entsteht insbesondere dort, wo ein dauerhaftes und leicht zugängliches Nahrungsangebot vorhanden ist. Daher gilt als wichtigste Grundregel der Rattenprävention der konsequente Entzug von Nahrungsquellen.
Offen zugängliche Lebensmittel (Müll, Essensreste, Tierfutter)
Empfehlung:
Lebensmittelreste und Tierfutter dürfen nicht offen zugänglich gelagert oder entsorgt werden. Eine Entsorgung über Toilette oder Abfluss ist zu vermeiden, da dies Ratten in der Kanalisation zusätzlich anlockt.
Unzureichend gesicherte Müllbehälter
Empfehlung:
Müllbehälter sind stets verschlossen zu halten. Speisereste sind ausschließlich in dafür vorgesehenen, dicht schließenden Behältern zu entsorgen. Abfallbehälter sollten regelmäßig gereinigt werden.
Komposthaufen mit Speiseresten
Empfehlung:
Kompostanlagen sollten aus stabilem, möglichst geschlossenem Material bestehen und am Boden mit einem engmaschigen Drahtgitter gegen das Eindringen von Ratten gesichert sein.
Küchenabfälle tierischen Ursprungs (z. B. Fleisch-, Fisch- oder Milchprodukte) gehören nicht auf den Kompost.
Versteckmöglichkeiten in Gärten, Schuppen oder Baustellen
Empfehlung:
Gärten und Grundstücke sollten regelmäßig gepflegt und frei von Unordnung gehalten werden.
Bodendecker sind kurz zu halten, mögliche Verstecke und Unrat sind zu beseitigen.
Fütterung von Wildtieren (z. B. Tauben, Enten)
Empfehlung:
Die Fütterung von Wildtieren (z. B. Tauben oder Enten) ist zu unterlassen. Auch Vogelfutter sollte so ausgebracht werden, dass keine Futterreste am Boden verbleiben oder frei zugänglich sind.
Bereits kleinste und regelmäßig verfügbare Nahrungsquellen reichen aus, um Ratten dauerhaft anzusiedeln.
Zuständigkeiten und rechtliche Hinweise
Für die Bekämpfung von Rattenbefall sind grundsätzlich die jeweiligen Grundstückseigentümer verantwortlich.
Mieterinnen und Mieter wenden sich im Bedarfsfall an ihre Vermieter.
Vor Einleitung einer Bekämpfungsmaßnahme wird empfohlen, zu prüfen, ob in der Nachbarschaft ebenfalls ein Befall vorliegt. In solchen Fällen kann eine koordinierte Vorgehensweise sinnvoll und wirksamer sein.
Die Bekämpfung von Ratten darf ausschließlich durch sachkundige bzw. zertifizierte Schädlingsbekämpfungsunternehmen erfolgen. Der unsachgemäße Einsatz von Rodentiziden durch Privatpersonen ist gesetzlich eingeschränkt bzw. nicht zulässig.
Was macht die Gemeinde Biblis?
Sichtungen von Ratten auf öffentlichen Flächen bitten wir unverzüglich dem Ordnungsamt der Gemeinde Biblis zu melden:
Telefonnummer 06245/28875
E-Mail: ordnungsamt@biblis.eu.
Die Meldungen werden anschließend an den Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB) weitergeleitet.
Alternativ kann eine Meldung direkt über den Mängelmelder des KMB erfolgen. Entsprechende Informationen sowie einen ergänzenden Informationsflyer finden Sie hier.
Darüber hinaus arbeitet die Gemeinde Biblis mit einem zertifizierten Schädlingsbekämpfungsbetrieb zusammen. Auf öffentlichen Flächen werden bei Bedarf gezielte Bekämpfungsmaßnahmen, einschließlich des Einsatzes von Fallen, durchgeführt.
