Kinderschule in Biblis

Eine fast vergessene soziale Großtat in Biblis aus dem Jahre 1879 - von Herrn Hans Dieter Kunz (verstorben)
 
Vorgeschichte der Stiftung

Dieser Bericht behandelt in groben Zügen die Entstehung der Kinderschule in Biblis, über deren Entstehung nur noch wenigen der heutigen Bibliser Bevölkerung etwas bekannt ist. Der damalige Gemeindevorstand befasste sich in seiner Sitzung vom 28.9.1854 mit der segensreichen Einrichtung der Klein-Kinderschule (Kindergarten). Zu diesem Zeitpunkt bestanden bereits in Zwingenberg und in Hofheim Klein-Kinderschulen.

Die Bibliser Gemeindeverwaltung nahm Verbindung zu diesen beiden Gemeinden auf und zog Erkundigungen über die dort  gemachten Erfahrungen •ein.  Von der Gemeinde Zwingenberg wurden daraufhin  deren Statuten, welche in 23 §§ festgelegt waren, die Klein• Kinderschule betreffend dem hiesigen Gemeindevorstand überlassen. Von Pfarrer Weicker aus Hofheim wurde im Jahre 1875 eine ausführliche schriftliche Instruktion über die Einrichtung von Kinderschulen an den Bibliser Gemeindevorstand übergeben. Gut Ding braucht Weile.

Da dieses Vorhaben aber auch erhebliche Kosten verursachte und  daher auch  von der Beschaffung der finanziellen Mittel abhängig war, trat nun erst mal eine längere Denkpause ein. Im Jahr 1875 kam die Währungsumstellung von Gulden auf Mark. Das Gesamtvermögen der Gemeinde Biblis war mit 1.026.790,03 Mark in Worten Einer Millionsechsundzwanzigtausendsiebenhundertneunzig Mark  und drei Pfennig angegeben. Die Gemeinde hatte damals erhebliche Ausgaben. Es sind  zu  nennen:  Kriegsfolgelasten, Kirchenneubau, Glocken, Hochwasserschäden, finanzielle Hilfe für Auswanderer usw., auch der  Rechtsstreit zwischen der Gemeinde Biblis und dem Großherzoglichen Domanialfiskus wegen der Fischerei in der Weschnitz dürfte hemmend gewirkt haben.

Im Jahre 1879 kam dann die Wende. Der  damalige Beigeordnete, der  Landwirt  Bartholomäus Reis VI., geboren am 27. August 1816 als Sohn der Eheleute Johannes Reis III.  und Eva geb. Freihaut.  Er war kinderlos verheiratet seit dem 8. Mai 1845 und ein großer Kinderfreund. Seine Ehefrau Katharina geb. am 16. Febr. 1828, war die Tochter der Eheleute Johannes Laubner II. und Eva geb. Seib. Für die Errichtung und Unterhaltung der Kinderschule machte er eine großzügige Stiftung.

Werdegang der Kinderschulestiftung
Karte mit den Standorten
Eingebrachtes Vermögen
 
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