„Kunst im Rathaus“

Rostiges Metall, rohes Holz und die Reinheit des Glases: Heinz Schrader verbindet Materialien auf eine Weise, die die Schwerkraft aufzulösen scheint. Seine Glaskunst verzaubert durch Geschmeidigkeit und Leichtigkeit. Sie lässt schweben, fließen und leuchten.

Ausstellung in Bibliser Rathaus
Eröffnung am 19.09. um 17:00 Uhr

 

Auf seinem Weg zu einem überregional bekannten  Glaskünstler verband Heinz Schader sein Lieblingselement Glas immer wieder mit verschiedenen anderen Materialien: mit Blei, Kupfer, Zinn, Eierschalen oder Silber. Jetzt trifft  es auf Eisen und Holz und deutet auf eine neue Dimension seines Schaffens hin.  Die  neuen Skulpturen und  Objekte aus Mangrovenholz, Eisen und verformtem Tiffanyglas erinnern an phantastische,  engelartige Wesen oder an Blüten, die aus James Camerons „Avatar“ zu entspringen scheinen.

Dabei erinnern die  Objekte an frühere, deutlich kleinere Kunstwerke Schaders, als er abstrakte Figuren und bunte Blüten, aus feinen Metalldrähten und Glas geformt, in Eierschalen einarbeitete,  Jetzt überträgt er diese Technik in beinah lebensgroße Objekte, die von drei Farbtönen dominiert werden: Weiß, rotbraun, schwarz. Es ist eine Kunst, die weit mehr als dekorativ ist und dabei immer auch die Fertigkeiten des geübten Glashandwerkers zum Ausdruck bringt..

Der 1945 in Biblis geborene Heinz Schader führt eine Glaswerkstatt, gibt Tiffanykurse an der Volkshochschule und fertigt Auftragsobjekte für verschiedene Einrichtungen, von Privatwohnungen über Kirchen bis hin zu Varietélokalen.

Schader ist Autodidakt, der das Berufliche, Professionelle mit der Leidenschaft des Künstlers zu verbinden versuchte. Zuletzt mit viel Erfolg.

Schon mit 14 Jahren machte er eine Lehre zum Feinmechaniker in einer Fotowerkstatt. Danach übte er sich einige Jahre  in Fotografie. Später brachte er sich das Schreinern bei und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Schreiner. Parallel dazu eindeckte er die Faszination der Tiffanytehnik, die Mitte der 80 er Jahre zu seinem Hobby wurde. Ein Hobby, das ihn nicht mehr los lassen sollte. Er perfektionierte seine Technik, vergrößerte durch Seminare und zahlreiche Lehrgänge sein Wissen über die Glasverarbeitung und machte schließlich sein Hobby zum zweiten Beruf. 1986 eröffnete er eine Tiffanywerkstatt und ein Geschäft mit Glasobjekten und Herstellungszubehör. Ein Jahr später begann er sein Wissen weiterzugeben und unterrichtet bis heute Tiffany-Technik an der Volkshochschule.

Ab 1988 begann er seine künstlerische Seite zu entdecken und kreierte einzigartige Ostereier, die  auf zahlreichen Ausstellungen und Märkten  in Bern, Zürich, Berlin, Köln, Mannheim oder Erlangen gezeigt wurden. Das von ihm in Tiffanytehnik gestaltete Ei wurde in vielen Fachbücher und -zeitschriften abgedruckt.

Mitte der neunziger Jahre begann er damit, verschiedene Glasbearbeitungstechniken zu kombinieren. So kamen zu der Tiffanytehnik auch das Sandstrahlen und später das Fusen hinzu. Dabei experimentierte er immer wieder mit neuen Materialien, die seine Kunst bis heute prägen.

In Bibliser Rathaus stellt er jetzt zum ersten Mal seine neuen Skulpturen und  Leuchtobjekte aus.

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