CASTOR-Behälter aus Sellafield am Standorteingetroffen

Sechs CASTOR-Behälter mit verglasten hochradioaktiven
Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente
sind am Standort Biblis eingetroffen. Mit der Einlagerung in das
Zwischenlager Biblis setzt die BGZ den gesetzlichen Auftrag um,
Wiederaufarbeitungsabfälle in kraftwerksnahen Zwischenlagern
aufzubewahren. Die Sicherheit bei der Zwischenlagerung wurde
zuvor umfassend überprüft und in einem atomrechtlichen
Genehmigungsverfahren bestätigt.

 

Der Transport der sechs Behälter war Ende Oktober in der britischen
Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield gestartet, wo hochradioaktive
Abfälle, die bei der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus
deutschen Kraftwerken angefallen sind, in Glas eingeschmolzen und in
Edelstahlkokillen abgefüllt in CASTOR-Behälter verladen worden sind.
Organisiert und durchgeführt wurde der Transport im Auftrag der
kernkraftwerksbetreibenden Energieversorgungsunternehmen.

Derzeit befinden sich die Behälter auf dem Gelände des stillgelegten
Kraftwerks Biblis. In den kommenden Tagen steht die Übergabe der
Behälter an das Brennelemente-Zwischenlager Biblis der BGZ bevor, das
sich auf dem gleichen Werksgelände befindet.

Fachleute der BGZ überprüfen die Behälter dann noch einmal auf ihren
ordnungsgemäßen Zustand und bereiten sie technisch auf die
Einlagerung im Zwischenlager vor, die voraussichtlich bis Ende des
Jahres abgeschlossen werden kann. Die hierfür erforderlichen
Arbeitsabläufe hat die BGZ bereits im Herbst 2019 mit einem
unbeladenen Behälter praktisch erprobt und der hessischen
Atomaufsicht demonstriert.


„Mein Dank gilt den Kolleg*innen aller beteiligten Institutionen, die die
Einlagerung professionell vorbereitet haben und jetzt gemeinsam
durchführen“, sagt Dirk Jonas, Leiter des Zwischenlagers Biblis. Jonas
weiter: „Besonders profitieren wir dabei von der Unterstützung durch
die erfahrenen Kolleg*innen der BGZ Gorleben, die im dortigen
Zwischenlager bereits 108 Behälter mit verglasten
Wiederaufarbeitungsabfällen erfolgreich eingelagert haben.“ Dass alle Sicherheitsanforderungen für die Aufbewahrung der Behälter auch im
Zwischenlager Biblis erfüllt sind, hat die BGZ gegenüber dem
Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) im
Rahmen eines atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens dargelegt und
mit Erteilung der Aufbewahrungsgenehmigung durch das BASE
bestätigt bekommen.

Mit der Einlagerung der Behälter in Biblis setzt die BGZ im Rahmen des
Atomausstiegs einen Auftrag um, der sich aus dem Atomgesetz ergibt.

Dieses sieht vor, die noch im Ausland verbliebenen Behälter mit
verglasten Abfällen aus der seit 2005 beendeten Wiederaufarbeitung
deutscher Brennelemente dezentral in Zwischenlagern an
Atomkraftwerksstandorten aufzubewahren. Nach Abschluss des
Transports in das Zwischenlager Biblis (Hessen) betrifft dies noch
weitere 19 Behälter, die in den kommenden Jahren in die Zwischenlager
an den Standorten Philippsburg (Baden-Württemberg), Brokdorf
(Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) verbracht werden. Damit wird die
Rückführung hochradioaktiver Abfälle aus dem Ausland abgeschlossen
sein.

Hintergrund:
Für die Rückführung der verglasten radioaktiven Abfälle aus der
Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland in
kraftwerksnahe Zwischenlager besteht seit 2015 ein Konzept, das von der
Bundesregierung, den beteiligten Landesregierungen und den
Energieversorgungsunternehmen als Abfallverursachern gemeinsam
getragen wird.

Informationen hierzu sowie zum Ablauf bei der Einlagerung der Behälter
im Zwischenlager Biblis und zur Sicherheit bei der Zwischenlagerung
bietet die BGZ auf ihrer Themenseite im Internet:

https://rueckfuehrung.bgz.de/

BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH

 

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