Nordheims Landwirtschaft bis 1987

freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Verein für Heimatgeschichte Nordheim e.V.

 
 Die Landwirtschaft war die Lebensgrundlage unserer Vorfahren. Nordheim war fast ein reines Bauerndorf, dass sich erst im vergangen Jahrhundert grundlegend verändert hat. Heute spielt die Landwirtschaft in unserem Dorf eine bescheidenen Rolle. Durch das hier geltende Realteilungsrecht wurden einst die größten Flurstücke zersplittet.Deshalb wurde im Jahr 1934/1935 die erste Flurbereinigung durchgeführt, der 1962/63 eine vereinfachte Zusammenlegung folgte. Hierbei wurden auch 13 km betonierte Feldwege angelegt. Um den Durchgangsverkehr des Dorfes zu entlasten, entschloß man sich damals schon eine Umgehungsstraße auszuweisen. Am 01. November 1985 wurde sie fertig gestellt und dem Verkehr übergeben. Zuvor baute man am Ende der Hofheimer Straße eine Überführung für den landwirtschaftlichen Wirtschaftsweg.

Den Steiner Wald wies man 1987 als Naturschutzgebiet aus. Die Zahl der landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebe und Nebenerwerbsbetriebe hat sich in den letzten 20 Jahren stark verringert. Die Kleinbetriebe sind alle aufgegeben. 1987 gab es in Nordheim noch 20 Vollerwerbsbetriebe. Die Anzahl der Milchablieferer ist von 85 im Jahr 1950, auf derzeit 12 Anlieferer gesunken. In unserer Generation erlebte die Landwirtschaft ihren tiefgreifendsten Umbruch in ihrer Geschichte. Handarbeit wird möglichst durch Maschinen und technische Einrichtungen ersetzt. Die Betriebe müssen sich vollmechanisieren, damit alle anfallenden Arbeiten von familieneigenen Kräften ausgeführt werden können. Die Landwirtschaft wurde gezwungen sich auf einige Betriebszweige zu spezialisieren, um ihren Maschinenpark rationeller einsetzen zu können. Um die Belastungen zu verringern, schlossen sich 1985 zwölf Landwirte zusammen und kauften sich einen Gemeinschaftsschlepper mit 145 PS und den dazugehörigen Geräten (Vierschar Volldrehpflug, Schwergrubber, Scheibenegge).

Die Nordheimer Gemarkung umfaßt über 1.000 Hektar. Davon werden ca. 750 Hektar landwirtschaftlich genutzt. In der Qualität sind die Böden sehr unterschiedlich. Neben leichten Sandböden gibt es auch schwere Lehm- und Tonböden. Die Landwirte bauen in erster Linie Getreide, Zuckerrüben und Silomais an.

Durch die vermehrte Viehhaltung, insbesondere der Bullenhaltung, hat sich der Maisanbau zur Futtergewinnung ausgeweitet. Stark eingeschränkt wurde der Getreideanbau, da hier die Einkommenslage zurück ging. An Sonderkulturen wurden erstmals 1969 Zwiebeln, Spinat und Bohnen angebaut. Der Zwiebelanbau betrug 1969 ca. 1,5 ha und weitete sich bis 1987 auf 60 ha aus. Auch der Feldgemüseanbau hat sich in den letzten Jahren ständig gesteigert. Im Jahr 1986 wurden von den Landwirten erstmals 15 ha Sonnenblumen angepflanzt. 1987 waren es bereits 50 ha. Die Sonnenblumen werden mit Mähdrescher geerntet und zur Ölgewinnung verarbeitet. Der Anbau von Sojabohnen begann 1987 auf einer Fläche von 3,5 ha. Diese werden zur Futter- und Ölgewinnung in den Ölmühlen in Mannheim und Mainz verarbeitet.

Das Ried hat wesentlich weniger Niederschläge als die Bergstraße und der Odenwald. Man kann öfters beobachten, dass es im Odenwald regnet, während bei uns kein einziger Tropfen fällt. 1987 hatten wir eine überdurchschnittliche Niederschlagsmenge von 708 mm. Das sind 708 Liter Regen und Schneewasser auf den Quadratmeter Boden. Die langjährige durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt in Nordheim ca. 550 mm pro Jahr. Der größte monatliche Niederschlag fiel im Monat Juli mit 132 mm, der geringste im Januar mit 22 mm.

Für die Landwirtschaft ist es wichtig, dass in den Hauptwachstumsmonaten Mai, Juni und Juli die Niederschlagsmengen im Durchschnitt zusammen 220 mm betragen. Für die meisten Kulturpflanzen ist das noch recht wenig. Die Hauptniederschläge in der Vegetationsperiode fallen meist als heftige, kurz anhaltende Gewitterregen. Dies wirkt sich nachteilig für den Boden aus. Es führt zur Verhärtung und Verkrustung des Bodens. Bei starken Gewitterregen fließt das Wasser ab und geht so den Kulturpflanzen als Bodenfeuchtigkeit verloren.

In Trockenperioden kann das gesamte Ackerland mit Beregnungsanlagen bewässert werden. Die ca. 60 Brunnen, die gleichmäßig in der Gemarkung verteilt sind, machen dies möglich. Die meisten Brunnen wurden 1962 im Rahmen der Flurbereinigungsmaßnahmen gebohrt.

Die Frühjahrstemperatur lag 1987 weit unter dem langjährigen Durchschnitt. In der Nacht vom 10. auf 11. März wurden 10 Grad minus gemessen. Schnee und Straßenglätte behinderten besonders in den Morgenstunden des 03. März, 16. März und noch am 19. März den Straßenverkehr. Während das Frühjahr recht kalt war, gab es ein mildes Spätjahr 1987. Selbst bis zum Jahresende war kaum einmal Schnee gefallen. Leichtes Glatteis entstand lediglich am Abend des 15. Dezember 1987.
 

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