Die Renovation von Biblis im Jahre 1720

von Herrn Hans Dieter Kunz (verstorben)
 
Die Renovation von Biblis im Jahre 1720 wurde erforderlich, um die im Laufe der Zeit eingetretenen Veränderungen in den Verhältnissen zwischen Gemeinde und der regierenden Herrschaft zu klären und urkundlich neu zu bestätigen.

Die Renovation beginnt mit folgendem Text:

Nachdem man von Seiten des Gerichts und Hayngerichts dahier zu Biblis vor höchstnötig befunden, die in anno 1656 unterm 3. März auf den von Ihro Churfürstlichen Gnaden zu Maynz, Herrn Johann Philipp Höchstsel. Andenkens unterm 3. Oktober Lit. A. ergangenen gnädigsten Befehl verfertigte Renovatur wegen der in so langen Jahren gero beschehenen Verwechslung der Hofreiten und Güter, die jetzigen Inhaber mit accurater Beforschung hinwiererum zu erneuern. Als hat man jedoch mit Vorwissen und Genehmhaltung eines löblichen Oberamts Starkenburg, im Beisein Herrn Niklas Reysen, derzeit Unterschultheiß, meiner, des Gerichtsschreibers Johann Georg Haubten, Valentin Reysen Bürgermeister, Andreas Tiefenbach, Velten Wetzel, Velten Feyhaut und Hildebrand Bormett, sämtliche des Gerichtes, sodann Stophel Dörr, Max Lämbgen, Hans Georg Steigerwald, Anton Herbert, Michael Landauer, Velten Dietz und Barthel Dörr, sämtliche des Hayngerichts heute.
Dato 17. Februar anno 1720
diese Renovation vorgenommen, auch was sonst in voriger Renovation vor Gemeinde Recht und Gerechtigkeiten einverleibet, der Ordnung nach hierinnen wiederholet, also zwar, daß der Anfang aus voriger Renovatur wie in selbiger Folio 1 mo zu sehen ist, genommen worden, als hernach folget.
Dann erscheint in 35 Abschnitten eine ausführliche Zusammenstellung der Rechte und Pflichten sowie ein Güterverzeichnis.

An Hand der Beforschung wurde versucht eine Karte vom Dorf Biblis um 1720 zu erstellen. Die Beforschung ist ein Güteverzeichnis mit Angabe der Angrenzer:
Hier zum Beispiel: Der Herrschaftliche Hof ist wie folgt beschrieben: Beforscht gegen Feld, Johann Georg Haubt und der Gemeinde Dorfgraben, gegen Dorff, Marx Lämbgen vornen, die Gemeinde Hirtenhäuser, Zinst der Kirch jährliche 26 Pfund Öl.
Auf diese Art war jedes Grundstück beschrieben, diese Art der Beschreibung finden wir heute noch bei den Lageplänen zum Bauantrag in ausführlicher Form mit Flur und Nr. versehen.
Als Grundlage für die beigeschlossene Karte (Zeichnung) dienten die Parzellenkarten der Gemeinde Biblis von 1842-46 und die Renovation von 1720 sowie die Zeichnung von dem verstorbenen Verm. Ob. Insp. Valentin Schmitzer (Dorf Biblis ANNO 1607).

Die Schreibweise der Namen wurde aus der Renovation übernommen, dabei fällt die Veränderung von verschiedenen Familiennamen auf.
Bardt Barth, Beckherlein Beckerle, Burkh Burg, Finkh Fink, Frankh Franck, Freyhauth Freihaut, Sickhinger Sickinger, Kisell Kissel, Reys Reis, bzw. Reiß, Seyb Seib.
     
Verzeichnis der Haus- und Grundbesitzer zu Biblis im Jahre 1720
 
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