Ansprache zum Volkstrauertag von Pfarrer Arne Polzer

Liebe Bibliser, Nordheimer und Wattenheimer,

 

am Volkstrauertag gedenken wir an die Opfer der beiden Weltkriege, der Opfer des Nationalsozialismus und der Opfer aller kriegerischen Auseinandersetzungen.

Krieg, Völkermord, Massaker, politische Verfolgung, „ethnische Säuberungen“ das sind keine Erfindungen unserer Zeit. Die Bibel berichtet von zahllosen Kriegen und erbarmungslosem Abschlachten von Menschen. Sie berichtet, dass Pontius Pilatus Pilger beim Gebet im Tempel ermorden ließ.

Wenn wir heute auf die Berichterstattung des letzten Jahres zurückblicken, so scheint sich nicht viel geändert zu haben. Noch immer leiden die Unschuldigen und Armen. Noch immer finden die Privilegierten Möglichkeiten, sich der Verantwortung zu entziehen, noch immer tragen die Mächtigen ihre Neurosen auf dem Rücken des Volkes aus. 

Viele von uns haben Angehörige in den Kriegen verloren; Ihre Kinder und Enkel haben Teile der Familie niemals kennen gelernt.

Unendliches Leid hat die Generationen nach dem Zweiten Weltkrieg heimgesucht. Wir beklagen das Fehlen von Vätern und Großvätern, die Trauer von Witwen und Waisen.

Gleichzeitig ist es für viele Familien nicht einfach, die Verstrickung der eigenen Vorfahren in Schuld und Gräueltat zu akzeptieren. 

Andererseits ist deshalb auch in Deutschland die Sensibilität gegenüber Krieg und Gewalt gewachsen. Umso mehr erschüttern uns die Opfer terroristischer Gewalt in den letzten Tagen und Wochen in Frankreich.

Gott steht auf der Seite der Opfer. Er leidet mit den Geschundenen. Er ist bei ihnen in der Angst. Das war zu biblischen Zeiten schon so und das ist – so meine feste Überzeugung - auch heute noch so und wird auch so bleiben. 

Oft stellt sich für uns die Frage, wie er das alles zulassen kann. Wenn er doch Frieden will, warum macht er dann keinen?

Diese Fragen sind für uns alle schwer zu beantworten, aber ich denke, dass Gott uns zur Freiheit bestimmt hat. Und deshalb hat er es auch auf sich genommen, unseren Missbrauch der Freiheit leidend hinzunehmen. Das Sterben von Menschen im Krieg und der terroristischen Gewalt wird niemals in seinem Sinne sein, aber er hat uns die eigene Verantwortung zugemutet und zugetraut. Es liegt an uns, auch an jedem und jeder einzelnen hier in unserer Heimat, ein kleines Stück dazu beizutragen, diese Welt ein Stückchen friedlicher und menschenwürdiger zu machen. 

Gottes Mitleiden ist der Grund für meine Hoffnung. Gottes Wunsch nach Leben meine Triebfeder.

Er hat für uns in Aussicht gestellt, was der Prophet Micha so ausdrückte:

 

Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Mi 4,3

 

Liebe Bibliser, Nordheim und Wattenheimer, das wünsche ich uns allen von Herzen, dass diese Hoffnung auch unser Zusammenleben bestimmt.

Amen.

 

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